Mutterpass: Seite 10/11 – Ultraschall

Die Ultraschalluntersuchungen sind für viele Schwangere und ihre Partner das schönste an der
Mutterschaftsvorsorge.

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30 Schwangerschaftswoche nuckelnd

Drei Ultraschalluntersuchungen sind im Vorsorgekatalog für Schwangere enthalten und werden durch die Krankenkasse bezahlt. Die erste findet in der 9. bis 12. Woche statt, die zweite sollte in der 19. bis 22. Woche liegen und die dritte in der 29. bis 32. Woche. Jede Untersuchung hat ihren Schwerpunkt, da nicht alle Organe und ihre Veränderungen zu jeder Zeit in der SS sichtbar sind. Jede Untersuchung dient dem Ausschluss von kindlichen Erkrankungen bzw. Fehl (Miss-)bildungen.
Beurteilt wird die Grösse des Kindes und die Entwick- lung seiner Organe, die Herzaktivität, die Fruchtwasser- menge und der Sitz der Plazenta. Der Eintrag der Werte in die Normkurven zeigt, ob eine zeitgerechte Entwicklung vorliegt. Anhand der Untersuchungen kann der voraus- sichtliche Geburtstermin korrigiert . Werden bei den regulären Ultraschall-Untersuchungen (Screeninig) Auffälligkeiten festgestellt, kann der Arzt weitere Ultraschalluntersuchungen veranlassen (Anlage 1b der MSchRL).

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Ein Fruchtsack
(FS) von 5,5 mm = 5. SSW

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Rechts: SSL von 25 mm = 9. SSW

Intrauteriner Sitz:
Das Kreuzchen sollte bei “ja” stehen, da so eine ausserhalb der Gebärmutter gelegene SS (extrauterine Gravidität) ausgeschlossen ist.

Embryo darstellbar:
Ab ca. der 5. SSW sollte ein Embryo und nicht nur der Fruchtsack zu sehen sein, sonst kann es sich ein sogenanntes Windei (Mole) handeln.

Herzaktion:
Mittels Doppler-US sollte die Herzaktion ab der 7./8. SSW darstellbar sein

V.a. Mehrlinge:
Ob es 1 oder 2 Kinder werden, möchte jede Schwangere möglichst früh wissen. Aber Zwillings- oder gar Drillingsschwangerschaften bedürfen auch einer besonders intensiven Überwachung.

Auffälligkeiten: Vornehmlich ist hier die Nackenfalte (dorsonuchales Ödem) gemeint, die Ausdruck einer schweren Erkrankung des Embryos sein kann (Nackenfaltemess).

Biometrie: Messung der Organe
FS = Fruchtsack
So fängt alles an im US, als schwarzer Fleck in der Gebärmutter
SSL = Scheitel-Steiss-Länge,
die Länge des Embryos vom Po bis zum oberen Rand vom Kopf.
Die Beine sind meist schon zu erkennen, werden aber nicht mit gemessen. Anhand der SSL kann schon das erste Mal der errechnete Geburtstermin überprüft werden, was mit dem unregelmäßig geformten FS eher ungenau ist.
BPD = s.u.

Zeitgerechte Entwicklung: Hier soll möglichst früh festgelegt werden, ob er berechnete Geburtstermin zum durch US bestimmten Termin passt (s. S. 22 (ET).

Konsiliaruntersuchung: Zeigen sich beim US-Screening auffälligen Befunde, können diese bei einem spezialisierten Arzt (Konsiliarius = Berater) kontrolliert werden.

II. Screening 19.-22. SSW

Lebenszeichen sind Herzaktionen und Kindsbewegungen

Plazentalokalisation/-struktur: Grundsätzlich ist die Lage des Mutterkuchens (Plazenta) für das Heranwachsen des Babies nicht so wichtig. Liegt die Plazenta vor dem inneren Muttermund oder sehr dicht daran (Placenta praevia), ist eine Geburt nicht auf normalen Weg, sondern nur per Kaiserschnitt möglich.

Fruchtwassermenge: Eine ausreichende Menge von Fruchtwasser ist für die Kindesentwicklung
von Bedeutung. Das Kind schwimmt darin, wird trinkt es und scheidet es über die Nieren wieder aus. Vermindertes (Oligohydramnion) oder fehlendes FW (Anhydramnion) kann Zeichen einer Erkrankung des Feten sein. Zum Ende der SS nimmt die FW-Menge immer etwas ab.

Körperl. Entwicklung, Körperumriss (Silhouette des Gesichtes, Bauchdecke zum Ausschluss eines Bruches), fetale Strukturen (einzelne Organe wie Magen und Harnblase), Herztätigkeiten undBewegung (zuviel oder zu wenig) werden beurteilt und müssen manchmal mit einer weiteren Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden, ohne das gleich der Verdacht auf eine schwere Erkrankung besteht. Auch die Vorstellung bei einem US-Spezialisten ist möglich.

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Biometrische Daten
Zur Bestimmung der Grösse des Feten werden international festgelegte Maße bestimmt. Die Schnitt- Ebenen ähneln denen von Bildern der Computer- tomographie (CT) beim Röntgen. Die Schemata der Schnitteben sollen Ihnen helfen, die Messebenen zu verstehen.

BPD (oder BIP) ist der biparietale, (Quer)Durchmesser des Kopfes, von einem Scheitelbein zum anderen (s. Horizontal im Bild rechts).

FOD ist der fronto-occipitale (Längs-) Durchmesser, von der Stirn (Frons) zum Hinterhaupt (Occiput).
Aus beiden Werten wird der

KU = Kopfumfang berechnet, der die größte Bedeutung für die Größenrelation hat.

ATD Abdomen-Transversal-Durchmesser us-schnitte-rumpf_275px
ist der quere Bauchdurchmesser, der mit dem

APD, dem Anterior-Posterioren (Längs-) Durchmesser

den AU = Abdomenumfang Bauchumfang), der als Ergebnis wieder der wichtigere Wert ist. Im Schnittschema der Schnitt 4.

FL Femurlänge Ist die Länge des Oberschenkelknochens (Femur).

Diese sind die geforderten Standardwerte, weitere zusätzlich können hinzukommen wie z.B. der

HL Humeruslänge, die Länge des Oberarmknochens (Hunerus).

Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern, wenn einzelne Wert kontrolliert werden müssen oder wenn nicht alle werte der gleichen SSW entsprechen. Auch unter uns Erwachsenen gibt es welche, beiden der Bauch dicker ist, als es zu den Beinen passen würde. Wir sind alle individuell gewachsen. Wichtig ist es, größere Abweichungen von der Norm und insbesondere ein Wachstumsstillstand zu festzustellen (s.a. Seite 13 Normkurven).

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Schnittebene Messung des Kopfumfanges
(KU) in der 22. SSW (OFD = APD)

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Messung der Länge des Oberschenkels
(Femur, FL) in der 22. SSW

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Schnittebene zur Messung des Bauchumfanges (Abdomen, AU) in der 22. SSW

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Messung der Länge des Oberarmknochens (Humerus, HL)